120 Jahre Geschichte am Meer

Ein Ort, wo Vergangenheit Zukunft schreibt

Dort, wo heute Crikvenica liegt, befand sich einst die römische Kontrollstation „ad Turres“. Es war ein wichtiger Punkt auf der Straße von Aquileia nach Salonae zwischen Tarsatica und Senia. Nach dem Verfall des Römischen Reiches im Westen musste die Gegend die Herrschaft zahlreicher Monarchen, wie beispielsweise des Kaisers Nepos aus Konstantinopel, anerkennen. Im 7. Jahrhundert kamen die Kroaten, deren Selbstständigkeit bis 1102 dauerte. Anschließend kam die Region unter das Zepter der ungarischen Könige. Das berühmte Geschlecht der Fürsten Frankopani beherrschte die Gegend ab 1225. Im Jahre 1412 erbaute man für die Pauliner ein Kloster, renovierte und vergrößerte die alte Kirche für den Orden und schuf damit den Kern von Crikvenica. Der Name Crikvenica entstammt dem Wort „crikva“, was auf Kroatisch „Kirche“ bedeutet.
Ab 1692 wurde das kroat. Küstenland ein Teil von Innerösterreich und ab 1749 als österreichisches Küstenland bezeichnet. Im Jahre 1786 wurde die Gegend jedoch wieder offiziell zum ungarischen Küstenland. Von 1809 bis 1813 gehörte das Gebiet den Franzosen, danach fiel es wieder Österreich zu. Österreichisch bzw. ungarisch blieb es bis zum Ende der schwarz-gelben Monarchie.


Mediterraner Lifestyle in kaiserlichen Mauern

An einem der schönsten Punkte des Ortes Crikvenica auf einer Anhöhe gelegen, steht das altehrwürdige und luxuriöse GRAND HOTEL der mächtigen K&K Monarchie. Das Traditionshaus mit 126 Zimmern wurde am 20. Juni 1895 unter dem Namen Hotel Erzherzog Joseph eröffnet – das größte und vornehmste Hotel am Quarnero.
Für das Hotel und seine zwei Depandancen, welche von dem Architekt Josef S. Höfler erbaut wurden, wurden zudem eine großzügige Gartenanlage mit mediterraner Flora, die genügend Platz für einen Kursalon, einen Restaurant-Pavillon sowie einen Kinder-Zoo errichtet. Ein eigener Badestrand mit feinstem Sand, eine 100 Kabinen umfassende Badeanstalt und eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe und Jachten rundeten die luxuriöse Anlage ab. Entsprechend ertragreiche Geschäfte erwarteten nach Fertigstellung und Übernahme die ungarischen Investoren, die Bau-Aktiengesellschaft „Josef Holub et Consorten“. Aber leider ohne Erfolg, da es für ein Haus von dieser Dimension auch einer fachlichen Führung bedarf.

Ein Erzherzog und seine große Liebe

Erzherzog Joseph Karl Ludiwig (1833 – 1905) war von der glänzenden Zukunft Crikvenicas als Kurort fest überzeugt und kaufte schließlich das Hotel im Jahre 1897. Der sehr gebildete Erzherzog hatte keinerlei Schwierigkeiten mit Fachbegriffen wie Balneotherapie, Hydrotherapie, Balneodiätik uvm. Er besuchte sehr oft den Lieblingsort seiner österreichischen Verfwandten, das nur 45 km nördlich gelegene Abbazia – heutige Opatija. Abbazia als Vorbild für Crikvenica – die „Österreichische Riviera“ als Vorbild für eine „Ungarische Riviera“, das waren seine Leitmotive. Rasch wurde ein Fachmann von internationalem Ruf gesucht, gefunden und mit der Errichtung einer Heilstation mit moderner Balneotherapie im Hotel beauftragt. Dr. Heinrich Ebers kam aus Abbazia und war lange Chefarzt der k. u. k. hydropatischen Anstalt in Krynica, dem berühmten Kurort Galiziens. Diese Zusammenarbeit stellte sich für viele Jahre als voller Erfolg heraus, jedoch drehte sich das Blatt ab 1904 und alles nahm ein schlechtes Ende...

Wie die Geschichte weiterging und wie es bis zum Kauf der Hoteliersfamilie im Jahre 2013 kam erfahren Sie in unserem Geschichtsbuch!